deutsch | english (UK) | english (global) | français | italiano | español

TRITEC bringt «Licht für Bildung»

Schweizer Photovoltaik-Spezialist startet in Madagaskar Solar-Hilfsprojekt.

Bis 2012 installiert die europaweit agierende TRITEC International AG mit Sitz in Allschwil 10 autonome PV-Anlagen zur Gewinnung von Solarstrom auf Madagaskar. Schulen, Krankenstationen und Gemeindehäuser von zwei Dörfern im Süden der Insel erhalten dann sauberen Solarstrom. Damit wird die Bildung gefördert und die Energieunabhängigkeit und Arbeitssicherung nachhaltig unterstützt.

Reiches Inselparadies, armes Land

Madagaskar ist ein reiches Land – wenn die Rede von der weltweit einmaligen biologischen Artenvielfalt ist. Die wirtschaftliche und energiepolitische Realität zeichnet indes ein ganz anderes Bild: Energie wird aus Kohle gewonnen, das Holz dafür stammt aus übermässiger Abholzung von Regenwald. Strom wird mit Dieselgeneratoren erzeugt, für deren Betrieb teurer Brennstoff in die Siedlungen geschleppt werden muss. Als Lichtquelle dienen Öllampen, deren Russ die Behausungen schwärzt und die Lungen der Bewohner belastet.

Schweizer Photovoltaik-Spezialist startet in Madagaskar Solar-Hilfsprojekt.

Internationale Zusammenarbeit

Das Solarstrom-Projekt mit dem Namen «Licht für Bildung» wurde bereits 2009 von TRITEC initiiert. Umgesetzt und unterstützt wird es gemeinsam mit der internationalen Schweizer Förderung für erneuerbare Energien und Energieeffizienz (REPIC) und der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ). Die Solarmodule werden vom deutschen Solarmodulhersteller Solarworld gesponsert. Die fachgerechte Auslegung, Montage und Inbetriebnahme der Solaranlagen übernimmt ein lokaler Solarinstallateur nach einer Schulung und mit Anleitung mit TRITEC. Das Ziel ist, Solar-Anlagen zu bauen, die zum unabhängigen Selbstläufer werden. TRITEC sichert alle 2 Jahre mittels Monitoring vor Ort den Fortlauf der autonomen Stromgewinnung.

Solarstrom als Alternative und Perspektive

In Madagaskar fällt abends um sechs die Nacht, als hätte jemand die Sonne ausgeknipst. So erlischt auch in den beiden Dörfern Ankilimalinike und Mahababoke praktisch jegliche gesellschaftliche Aktivität mit der Dunkelheit. Denn in den mittellosen, ländlichen Gegenden gibt es kein Stromnetz. Als Folge droht eine Landflucht, welche die Dorfbewohner in grössere Städte treibt. Dort finden sie jedoch weder Arbeit noch bessere Zukunftsaussichten und verlieren dazu auch noch ihr soziales Gefüge. Dank dem Projekt «Licht für Bildung» kann diese Abwanderung ein Stück weit eingedämmt werden und die Dorfbewohner erhalten mittels unabhängiger Stromgewinnung erhellende Perspektiven: Licht für Aus- und Weiterbildung in Schulen, für gemeinsames Arbeiten und gesellschaftliche Aktivitäten in Gemeindehäusern und Strom für Computer und medizinische Versorgung auf Krankenstationen.

Schweizer Photovoltaik-Spezialist startet in Madagaskar Solar-Hilfsprojekt.

Strom dort produzieren, wo er gebraucht wird

Der grosse Vorteil von Solarstrom ist, dass er dort erzeugt werden kann, wo er gerade benötigt wird – und das denkbar einfach: Ein Solarmodul fängt die in Madagaskar im Überfluss strahlenden Sonnenstrahlen auf und wandelt sie in elektrische Energie um. Der so erzeugte Strom kann sowohl tagsüber genutzt werden, zum Beispiel für die Kühlung von Medikamenten oder den Betrieb von medizinischen Geräten und Computern als auch gespeichert werden. So werden im Projekt «Licht für Bildung» nicht nur Solarmodule direkt auf Schuldächer und Gemeindehäuser montiert sondern auch ökologische Strassenbeleuchtungen aufgestellt und Solarstrom-Tankstellen eingerichtet, an denen Batterien aufgeladen werden können.

Der Anfang vom Neubeginn

Betrieben werden die Anlagen von der lokalen Solarinstallationsfirma, Stromabnehmer ist jeweils die Gemeinde. Der Aufbau der Anlagen und die Systemkomponenten sind für die Bevölkerung kostenlos. Der Strombezug hingegen ist kostenpflichtig. Die Stromkosten entsprechen in etwa dem Preis von Kohle oder Öl mit dem gleichen Energiewert. Solarprojekte wie diese könnten Schule machen und einen neuen Weg in eine sonnige Zukunft ebnen. Das wäre nicht nur eine Bereicherung für Land und Bewohner – sondern auch ein nachhaltiger Ansatz zur Erhaltung der weltweit einmaligen biologischen Artenvielfalt auf Madagaskar.



Zurück zur News-Übersicht 2011